Günter Langenbergs Lyrikscheune


Der Angsttraum
21. März 2018, 09:05
Filed under: Leben

Durch diese enge Gasse muss er gehen.
Es führt kein andrer Weg ihn zum Museum.
Das hat er als Tourist heut vorgesehen.
Es zeigt ein kaum bekanntes Mausoleum.

Die enge Gasse wird jetzt immer enger.
Und dunkel wird sie, weil den blauen Himmel
man kaum noch sieht. „Bin ich ein Rattenfänger?“,
fragt er sich laut. Er riecht Urin und Schimmel.

Am Ende dieser äußerst engen Gasse
erreicht er das Museum. Es besteht
jedoch nur aus dem Mausoleum. Krasse
Gedanken überkommen ihn. Er geht

hinein, er zwängt sich in das Innerste
der Grabeskammer, und er weiß in dem
Moment, dass es für ihn jetzt keinen Dreh
mehr gibt, wohl kein Entkommen. Feuchter Lehm

bekriecht ihn, wächst an ihm empor und macht
nicht Halt. Der Lehm erstickt ihn fürsorglich.
Ein Trostgedanke vor der ew’gen Nacht:
„Man wird als Mausolos verehren mich.“

Gasse


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