Günter Langenbergs Lyrikscheune


Die Welle
4. Mai 2018, 19:50
Filed under: Welt

Und was, wenn grad in dem Moment,
als mich der Pier vom Sandstrand trennt,
im Meer sich eine Welle höbe,
ein Monstrum auf mich zu sich schöbe?

Ja, was, wenn diese Riesenwand
aus Wasser sich mit allerhand
versenkten Schiffen noch versähe
und strebsam suchte meine Nähe?

Den Horizont nicht mehr erkennend
und hilfesuchend Götter nennend,
versuchte ich wohl wegzulaufen,
um in der Flut nicht zu ersaufen.

Doch was, wenn ich – vor Schreck erstarrt –
mich nicht bewegen könnte? – Narrt
die Psyche nicht den Menschen gern?
Die Welle wär jetzt nicht mehr fern.

Sie rollte ungestühm heran,
den Blick auf mich, den kleinen Mann.
Es wär ihr Ziel, mich zu vernichten,
mit Wasserwucht mich hinzurichten.

Da mit dem Laufen es nicht klappte,
das Wellenmonster nach mir schnappte.
Es würde in den Tod mich reißen,
mein bisschen Leben gleich verschleißen.

Blieb auf dem Pier ich stocksteif stehen,
könnt ich der Welle nicht entgehen.
Ich müsste deshalb alles machen,
um noch beizeiten aufzuwachen.

Welle


3 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

huuu, das kenn ich. Heute Nacht hatt ich auch solche Wenn…Gedanken. Am schluss musste ich tatsächlich aufstehen und flüchten…haha

Kommentar von brigwords

Aufstehen hilft … aber flüchten? – Ah, ich verstehe: dreimal um den Esstisch … 🙂

Kommentar von Günter Langenberg

dreinal um den Esstisch, dannKaffee kochen und ab nach WordPress!

Kommentar von brigwords




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