Günter Langenbergs Lyrikscheune


Rot
15. November 2018, 11:20
Filed under: Leben

Manchmal ist’s das klare Abendrot,
manchmal nur das Rot des Herbstzeitlaubes,
das den Baum so herrlich schmückt, um tot
dann den dunklen Weg des Straßenstaubes
in den Bauch der großen Kehrmaschine
zu verfolgen. Herbstliche Routine.

Rot – Schockschwerenot! – ist eine Farbe,
die man nicht so einfach ignoriert.
Rot ist eine Wunde, manche Narbe
und der Kommunismus, das Geviert
einer Schlachterwanne voller Blut,
das Gesicht von Mitbürgern in Wut.

Rot ist eine Feuersbrunst, die droht
alles zu vernichten. Trumps Krawatten
sind meist rot. Das Autokratenrot
selbstverliebter Staatenlenker. Ratten
fressen gierig rote Futterhappen,
selbst wenn sie dabei in Fallen tappen.

Rot gestrichen ist das kleine Boot,
das mich weit hinaus aufs graue Meer
fährt und mir das nasse Angebot
auszureden weiß, das mir das Meer
wellenförmig macht. Das Boot wirkt zart,
hat jedoch mein Leben mir bewahrt.

Rot


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