Günter Langenbergs Lyrikscheune


EDAMER
24. November 2018, 20:20
Filed under: Kunst

E in Viereck aus Herbstlaub
D as Auto inmitten
A uch laubbedeckt Artwork
M it Laub unbestritten
E rdichteter Käse
R adiergummi Ende

Laubkunst-2



Gelb
22. November 2018, 17:50
Filed under: Kunst

Es sitzt auf einem gelben Quader
aus Stein Herr Gelb und spricht: „Ich hader
mit meinem Schicksal, denn auf Gelb
– auf dieses öde, blöde Gelb –
reimt sich kein einz’ges deutsches Wort.“
Was hält Herrn Gelb dann noch vor Ort?
Nun ja, Herr Gelb – samt gelbem Quader –
ist gelbe Kunst. Es liegt ein fader
Geruch nach Gelb auf der Skulptur.
Herr Gelb besteht auf Kunstzensur.

Gelb



Ein Kunstwerk
19. November 2018, 14:30
Filed under: Kunst

Die bunte Kuh wirkt deplatziert
im Dschungel dieser großen Stadt.
Vermutlich ist sie deprimiert,
weil sie dort nichts verloren hat.

Der Hammer ist, dass diese Kuh
als Werbeträger dienen muss.
Das lässt dem Tierfreund keine Ruh‘.
Er wettert gegen diesen Stuss.

Am Ende hilft sein Auftritt weder
der Kuh noch ihm, weil dieses Tier
ein Kunstwerk ist, das auch fast jeder
als Kunst versteht im Stadtrevier.

Kunstkuh



U-Laub
12. November 2018, 09:45
Filed under: Kunst

Mancher macht bei einem U
schnell mal beide Augen zu.
Uh, wie kalt!, ruft man und dreht
sich schnell weg, wenn’s eben geht.
Hier jedoch entstand aus Laub
ein recht schönes U. Ich glaub,
dass der Titel U-Laub gut
zu dem Foto passt. Er tut
alles, denk ich, um dem U
zu gefallen. Was denkst du?

U-Laub



Mut zur Lücke
12. November 2018, 07:40
Filed under: Kunst

Nicht nur Fliegen fliegen.
Viele Vögel können’s
auch. Und selbst die Menschen
trauen es sich zu.

FliegerFlieger-2



Museale Dreisamkeit
11. November 2018, 09:30
Filed under: Kunst

Im Museum treff ich sie,
die zwei andren. Ironie
meines Schicksals? – Eher nicht.
Freundlich zeig ich mein Gesicht.

Sag ich’s ihnen? – Ja, ich mach’s.
Hinterher gibt’s immer Achs.
Und ich sag: „Hört meine Bitte!
Lasst mich auch mal in die Mitte!“

Drei Freunde



Die Mondsinfonie
7. November 2018, 11:10
Filed under: Kunst

Bis heute hab ich ihn verschont,
den guten Erdtrabanten Mond.
Er galt bisher als unbewohnt.
Das ist jetzt anders, denn es lohnt
sich sehr für mich, auf unserm Mond
zu residieren. Wer dort thront
und ihn, den unfruchtbaren Mond,
in bester Weise und gewohnt
bizarrer Harmonie vertont,
für den hat sich der Trip gelohnt.

Mondsinfonie