Günter Langenbergs Lyrikscheune


Eine Spur der Ewigkeit
5. Dezember 2018, 18:10
Filed under: Leben

Als du noch lebtest, warst du eins
mit aller Schönheit der Natur.
Du warst so lieblich und so pur.
Das größte Glück war scheinbar deins.

Und selbst im Tod bist du noch schön,
wirst du geliebt von der Natur.
Drum schmückt sie deine Grabfigur
und möchte ewig dich erhöhn.

Grab



Eine Hexengeschichte
2. Dezember 2018, 10:30
Filed under: Leben

In Dingsda stand ein Hexenhaus.
Die Hexe schaute immer raus.
Mal aus dem einen Fenster schaute
die Hexe, die stets Gummi kaute,
mal aus dem andren Fenster. Und
ihr Kleid war offenherzig bunt.
Erkannt hab ich sie an dem Raben,
den Hexen auf der Schulter haben.
Sie zeigte ihre schönsten Seiten
und lockte mich mit Süßigkeiten.
Ich fiel jedoch auf sie nicht rein,
vermied bewusst ein Stelldichein,
doch ging ich oft am Hexenhaus
vorbei. Nur für den Augenschmaus.

Haus



Fesselnd
1. Dezember 2018, 17:10
Filed under: Leben

Das Ding, worin ich mich oft fessel,
ist mein gefleckter, bunter Sessel.
Ich fessel mich mit einem Buch,
das aus dem Stapel ich mir such,
dem Stapel ungeles’ner Bücher.

Zum Fesseln brauch ich keine Tücher.
Es reicht ein Buch, das spannend ist
und packend, weder fad noch trist.
Gefesselt durch das Buch, verbring
viel Zeit im Sessel ich. Mein Ding!

Sessel



Himmlisches
26. November 2018, 20:00
Filed under: Leben

Der Denker denkt sich was dabei,
wenn er den Himmel starr betrachtet.
Auf andre wirkt er wohl umnachtet.
Das ist der Preis der Grübelei.

Der Denker starrt den Himmel an,
als wolle er ihn ganz durchdringen.
Ihm geht es da vor allen Dingen
ums Paradies als Muselman.

Denker



Weihnachtsmarktfreuden
24. November 2018, 16:30
Filed under: Leben

Die Freuden auf dem Weihnachtsmarkt
sind bunt und warm. Der Glühweinstand
heißt Alte Wache. Dort erstarkt
spontan mein Wille, allerhand
vom roten Glühwein zu verkosten.

Ich lehn bequem an einem Pfosten
und trink den heißen Roten weg.
Das führt dazu, dass ich noch einen
ersteh und gleich am selben Fleck
genieß. Ich spür ihn in den Beinen.

W-Markt-2W-Markt-1



Äusserst praktisch
24. November 2018, 09:45
Filed under: Leben

Wie praktisch ist es doch, dass neben
der Kirmes sich der Dom befindet!
Dort wird die Sünde rasch vergeben,
die einen mit frivolem Streben
hoch auf dem Riesenrad verbindet.

Dom-Kirmes



Mit Freude bei der Arbeit
23. November 2018, 20:30
Filed under: Leben

Der Fährmann bringt die Leute übern Fluss.
Er macht das erstens, weil er’s machen muss,
und zweitens, weil es Freude ihm bereitet
zu sehen, wie sein Schiff durchs Wasser gleitet.

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