Günter Langenbergs Lyrikscheune


Unter Verschluss
19. Februar 2019, 08:50
Filed under: Reisen

Der Pharaoh im Sarg sich dreht.
Er ruft ins Totenreich: „Nun seht
mal zu, dass ich zur Ruh‘ hier komm!
Touristen sind mitnichten fromm.
Die geh’n mir richtig auf den Sack.
Hinweg mit diesem ganzen Pack!“

Osiris und Anubis machen
sich daraufhin Gedanken, lachen
schon bald erleichtert auf und schließen
die Pyramide, ja, sie gießen
den Eingang zu mit Nilpferddreck.
Jetzt bleiben die Touristen weg.

Pharaoh



Eine Hypothese
7. Februar 2019, 02:40
Filed under: Reisen

Im Hafen liegen Segelyachten
eng zusammen. Dicht an dicht.
Ich frag mich, was die Leute machten,
hätten sie die Yachten nicht.

Vermutlich säßen sie den lieben
langen Tag nur auf dem Steg
und fühlten sich zurückgeblieben,
startklar für den Pilgerweg.

Yachthafen



Überflug
5. Juni 2018, 06:14
Filed under: Reisen

Über Land
Über Meer
Über Wolken
Über dieses
Über jenes
Über Sibirien
Über lange Zeit
Überhaupt
Fliege ich zu dir

Insel



Die Seereise
4. Juni 2018, 08:31
Filed under: Reisen

Mein Bananenboot ist gelb und
hätte wohl auch grün sein können,
weil Bananen erst mal grün sind,
um dann reif und gelb zu werden.
Das Bananenboot hat keinen
eignen Antrieb, weil es nur ein
Schleppboot sein soll. Es sei denn,
dass man lieber paddeln möchte.

Dieses wussten die zwei Shisas,
Löwenhunde von Format,
sicher nicht, als sie frühmorgens
mein Bananenboot entführten,
um damit aufs Meer zu fahren.
Der Pazifik um die Ryukyu-
Inseln war an jenem Morgen
herrlich ruhig und blaugrün.

Beide Shisas konnten gar nicht
schwimmen, was verwundern muss.
Dem Bananenboot vertrauten
sie sich an und dachten weiter
nicht darüber nach. Die Strömung
zog das Boot aufs weite Meer.
Von der Insel Okinawa
fuhren sie in Richtung Süden.

Nach Südwesten ging die Reise
dann zur Ishigaki-Insel,
wo sie – mit den Pfoten paddelnd –
schließlich an den Strand gelangten.
Sehr erschöpft, doch guter Dinge,
lagen sie im weißen Sand.
Mein Bananenboot, das gelbe,
fand sich ganz in ihrer Nähe.

Die zwei Shisas – ihres Zeichen
Löwenhunde von Format –
freuten sich fortan des Lebens.
Sie versprachen hoch und heilig
mir und einem milden Richter,
künftig Unternehmungen
solcher Art zu unterlassen
und gesetzestreu zu bleiben.

Freundlich, wie ich bin, erlaube
ich den beiden Delinquenten
ab und zu und hin und wieder
mein Bananenboot zu nutzen.
Aber nur in Ufernähe
und wenn ich zugegen bin.
Shisas sind ja Kreaturen,
die man einfach mögen muss.

Seereise



Flussaufwärts
26. Mai 2018, 13:20
Filed under: Reisen

Sie watet durch den seichten Fluss,
weil sie ihm barfuß folgen muss.
Flussaufwärts geht’s. Er redet Stuss,
und sie hat einen Bluterguss
am rechten Fuß. Sein Genius
greift ihr zu kurz, und ihr Entschluss,
viel lieber mit dem nächsten Bus
zurückzufahren, reift. Ein Plus
bei diesem Trip aus Überdruss
am Alltag ist der bunte Kuss
des Sommers und ein Kumulus,
ein Haufenwölkchen, das Genuss
von Himmlischem im Daktylus,
nein, Jambus garantiert. Doch Schluss
mit Waten, Dichten, Pfiffikus!

Fluss-2



Der Kiefernweg
22. Mai 2018, 15:20
Filed under: Reisen

Dem einen ist der Weg das Ziel.
Dem andren dient der Weg dazu,
zu einer Kneipe zu gelangen.

Ich nehme gern die Schönheit wahr,
die mir der Weg vor Augen führt,
weil die Natur ihn reich umgibt.

Der Weg, der unter Kiefern mich
zu einer Burgruine brachte,
hat mich besonders inspiriert.

Kiefernweg



Strand und Meer
12. Mai 2018, 04:50
Filed under: Reisen

Runder Strand am blauen Meer,
heut komm ich von ganz weit her,
um mich an dir wohl zu fühlen.

Mit den Zeh’n im Sand zu wühlen,
ist ’ne ausgemachte Freude.
Doch bevor ich Zeit vergeude,

leih ich mir das kleine Boot
mit den Farben gelb und rot,
lass es gleich zu Wasser und –

Heidewitzka – schon geht’s rund.
Blaues Meer und runder Strand,
gut, dass ich euch beide fand!

Strand