Günter Langenbergs Lyrikscheune


Holla die Waldfee
17. Juni 2018, 10:45
Filed under: Leben

Was ich dir erzähle, Neele,
rede ich mir von der Seele.
Heil’ger Strohsack!

Täglich quälen mich Querelen
und der Aufstand der Garnelen.
Alter Schwede!

Nächtens spiel ich Ukulele,
was ich gegen Schlaf empfehle.
Potz Blitz!

Da mir schöne Träume fehlen,
schwärme ich von Archipelen.
Holla die Waldfee!

Wenn ich trink und mal krakeele,
rächt sich das in meiner Kehle.
Donner un‘ Doria!

Häufig seh ich Parallelen
zwischen mir und Thunmakrelen.
Schieß mich tot!

Maske-2



Träume sind Schäume
17. Juni 2018, 05:00
Filed under: Welt

Dem kleinen Jungen träumt es in der Nacht,
dass auf dem Rücken eines Büffels er
erwacht, als sich der Büffel mit Bedacht
erhebt. Der Junge sitzt ihm ungefähr

im Nacken, was den Büffel fröhlich stimmt.
Er sagt dem Jungen, alles werde sich
fortan zum Guten wenden, und dann nimmt
er in die Welt ihn mit. Gemeinschaftlich

erleben märchenhafte Dinge sie.
So retten sie zum Beispiel die Prinzessin
aus einer Drachenburg, was wohl noch nie
zuvor gelungen ist bei einer Hessin.

Dem kleinen Jungen träumt noch ein’ges mehr,
doch auf dem Rücken eines Büffels geht
die Zeit im Nu dahin. Es wiegt recht schwer,
dass dieser Traum am Morgen nicht besteht.

Traum



Ein wenig Sake …
16. Juni 2018, 07:40
Filed under: Leben

Der kleine Buddha sieht mit stiller Freude
die vielen schönen Sakeschälchen, die
sich vor ihm präsentieren. „Nun entscheide“,
sagt er zu sich, „in welches Schälchen sie

dir guten Sake gießen sollen!“ – Und
er schließt die Augen, um kurz nachzudenken.
„Ein wenig Sake hält den Geist gesund“,
erklärt er dann und bittet einzuschenken.

Sakeschälchen



Meine Okinawa-Gedichte
13. Juni 2018, 09:00
Filed under: Kunst

verfasst und bebildert im Zeitraum Ende Januar bis Anfang Juni 2018

Okinawa



Überflug
5. Juni 2018, 06:14
Filed under: Reisen

Über Land
Über Meer
Über Wolken
Über dieses
Über jenes
Über Sibirien
Über lange Zeit
Überhaupt
Fliege ich zu dir

Insel



Die Seereise
4. Juni 2018, 08:31
Filed under: Reisen

Mein Bananenboot ist gelb und
hätte wohl auch grün sein können,
weil Bananen erst mal grün sind,
um dann reif und gelb zu werden.
Das Bananenboot hat keinen
eignen Antrieb, weil es nur ein
Schleppboot sein soll. Es sei denn,
dass man lieber paddeln möchte.

Dieses wussten die zwei Shisas,
Löwenhunde von Format,
sicher nicht, als sie frühmorgens
mein Bananenboot entführten,
um damit aufs Meer zu fahren.
Der Pazifik um die Ryukyu-
Inseln war an jenem Morgen
herrlich ruhig und blaugrün.

Beide Shisas konnten gar nicht
schwimmen, was verwundern muss.
Dem Bananenboot vertrauten
sie sich an und dachten weiter
nicht darüber nach. Die Strömung
zog das Boot aufs weite Meer.
Von der Insel Okinawa
fuhren sie in Richtung Süden.

Nach Südwesten ging die Reise
dann zur Ishigaki-Insel,
wo sie – mit den Pfoten paddelnd –
schließlich an den Strand gelangten.
Sehr erschöpft, doch guter Dinge,
lagen sie im weißen Sand.
Mein Bananenboot, das gelbe,
fand sich ganz in ihrer Nähe.

Die zwei Shisas – ihres Zeichen
Löwenhunde von Format –
freuten sich fortan des Lebens.
Sie versprachen hoch und heilig
mir und einem milden Richter,
künftig Unternehmungen
solcher Art zu unterlassen
und gesetzestreu zu bleiben.

Freundlich, wie ich bin, erlaube
ich den beiden Delinquenten
ab und zu und hin und wieder
mein Bananenboot zu nutzen.
Aber nur in Ufernähe
und wenn ich zugegen bin.
Shisas sind ja Kreaturen,
die man einfach mögen muss.

Seereise



L-Kunst
2. Juni 2018, 20:00
Filed under: Kunst

L wie Löffel. Und von denen
gibt es viele. Auszudehnen
ist die Löffelfindung auf
Hasen, deren Ohr landauf
wie landab auch Löffel heißt,
was die Löffelkunst beweist.
Außerdem kennt jeder Töffel
Suppen-, Kaffee-, Eierlöffel.
L-Kunst ist insofern Sache
und enorm, weil ich sie mache.

L-Kunst